Interview by Shine
- Eines sonnigen Tages befand ich mich
in der schönen MALAKAS WG in Oberhausen, um ein Interview
mit ihnen zu führen. Ich traf auf die netten Menschen Halunke
(H), Alex Aber (A), Dekan Bösewicht (D), Lee Nozn (L), Vagabund
(V) und Ganove (G), wir machten uns mit 2 Pullen Coke und Schokolade
locker und los gings...
- "Wie lauten eure MC / bzw. DJ Namen?"
H : "Ich bin der Halu und
ich mache Beats."
A : "Alex Aber, ich bin Künstler."
D : "Dekan, Künstler und Designer."
L : "Lee Nozn."
G : "Ganove, MC, Produzent."
A : "Äääähhh, Schuldigung, Alex Aber,
Produzent und ääähhh... Sprechgesänger."
D : "Ah ja genau, Dekan, Produzent und nicht mehr Sprechsänger."
G : "Ach ja Mann, Ganove, Freistil."
V : "Vagabund, nur MC... mit dem Produzieren hab ich es
nicht, außer mal einen Loop schneiden vielleicht und dann
bin ich noch als B-Boy aktiv, wobei letzteres nix mit dem Label
zu tun hat."
-
- "Wie lange gibts das Malakas Label ?"
H : "Das gibts seit dem 02. 02. '99, da haben wir uns angemeldet
und seitdem existiert das mehr oder weniger..."
- "Und wer hat das gegründet, wer hatte die Idee
dazu ?"
H : "Ähm, eigentlich ist es von Halunke, Ganove, Vagabund
und Dekan Bösewicht, also von allen Vieren, aber so die
Grundidee ging von Ganove und Halunke aus. Aber ich mein, wer
drin ist, ist drin und mag das Label und... wir küssen uns
jeden Morgen gegenseitig."
(Lautes Gelächter allerseits).
"Was ist die
Malakas Philosophie ?"
H : "Die Philosophie ist, ähm, eigentlich garkeine
Grenzen zu haben. Musikalisch... Hm, was noch... Geschlechtlich..."
(Gelächter)
A : "Einfach keine Grenzen... Yeah Baby..."
- "Ok, wie lange schreibt ihr schon bzw. wie lange
macht ihr schon Beats ?"
H : "Halunke macht Musik eigentlich schon seit der Kindheit,
aber so mit Rap hats angefangen so... '92... joah, und da ging
es auch los mit Beats. Biats."
A : "Äh, richtig ernsthaft hab ich angefangen mit 15aufzulegen,
äh, dann hab ich im Februar 2002, nee, Februar 2001, ist
besser, hab ich angefangen zu rappen und kurz darauf hab ich
angefangen Beats zu machen.
Und vorher hab ich halt in ner Schülerband mal gesungen
und n bißchen Keyboard gespielt, aber das war nicht so,
wie ich es jetzt natürlich mache."
D : " Ich hab mit dem
Halunken angefangen damals, ist ne ganz kuriose Geschichte..."
A : "Synthesizer Musik..."
D : "Synthesizer Musik..."
A : "YEEEAAAHHH !!!"
D : "Das ist ganz anders, also da haben wir son paar ganz
interessante Sachen nachgespielt, z.B. von Jean Michel Jarre,
was haben wir noch ? Klaus Schulze und das ganze dumme Zeug...
Tangerine Dream... Und das war eigentlich ganz interessant, und
damit hab ich auch so im Bereich Musik angefangen. Und da hab
ich angefangen auch mit ihm Musik zu machen, erstmal auf dieser
Basis, und dann auch irgendwann mal mit dem Wunsch, auch mal
ganz groß rauszukommen, aber das ist bis jetzt dummerweise
noch nicht..."
(sehr lautes Gelächter allseits)
D : "Das ELEKTRO TEAM !!! Double und Elektronik..."
(Mehr Gelächter)
D : "Ach nein, Quatsch, das waren alles halt so Elektrosachen...
Ach nein, Quatsch, im Ernst : Da kam
diese Geschichte zuerst, '92, mit dem Tanzen eigentlich, da war
unser Kollege Ganove der Initialzünder, derjenige, welcher
am liebsten mit den Füßen sprach als mit den Worten,
und dann haben wir eigentlich alle angefangen zu tanzen, sind
eigentlich übers Tanzen da reingekommen, halt über
den klassischen Weg, ja und dann haben wir uns irgendwann gesagt
dann lass doch zusammenraufen und dann machen wir doch MUSIK..."
L : "Ich hab vor cirka 3 Jahren glaub ich angefangen Texte
zu schreiben, damals noch recht unregelmäßig und so
weiter und dann als ich dann Alex Aber kennengelernt habe haben
wir dann angefangen zusammen Musik zu machen..."
A : "Und zu knutschen..."
(Gelächter)
L : "...und dann ging es
über Malakas halt auch weiter dann kam Wohlbefinden, und
der Rest ist Geschichte..."
V : "Meine ersten ernsthaft gemeinten Texte habe ich so
um `97 geschrieben. Dazu gebracht hat mich der Gano als wir uns
auf einer philippinischen Hochzeitsfeier getroffen haben. Wir
kannten uns zwar schon vorher, haben allerdings erst an diesem
Tage festgestellt, dass wir musikalisch die selben Interessen
verfolgen. Habe zwar vorher auch schon bißchen geschrieben
gehabt, allerdings nie mit der Intention irgendwann mal Musik
zu machen, geschweige denn vor Publikum aufzutreten. Im Gegensatz
zu allen anderen habe ich die "stereotypischste HipHop Schiene"
damals eingeschlagen. Habe erst Rap gehört, dann angefangen
zu malen, bis ich schließlich beim Tanzen und beim Texten
hängen geblieben bin. Meine Wurzeln liegen aber, wie auch
bei dem Rest der Gesindel Mitglieder, mehr beim Tanzen... und
ich schäme mich bis heute keinen Deut, mal auf Snap, C&C
Music Factory, Vanilla Ice, MC Hammer, Technotronic, etc... ausgiebig
meinen Körper bewegt zu haben. Höhö... eine überaus
herrliche Zeit... ;)"
- G : "92... angefangen... nee, schon immer angefangen..."
(allseitiges Gelächter) : "Schon immer angefangen,
hahahahahahaha..."
G (unbeeindruckt) : "nachzurappen... Erstes Stück,
was nachgerappt worden ist, "Pump up the Jam", von
Technotronic."
S & G zusammen : "Pump up the Jam, pump it up..."
H : "Vanilla Ice ist auch..."
L : "Das ist doch kein rappen du Schwuchtel..."
(Allseitiges Gelächter)
G : " '92 angefangen zu schreiben, also angefangen mit Halu
und Dekan eine Gruppe zu haben für so nen Sampler. Das war
so n CD Sampler... Sparkassen CD. Oberhausen. 92."
S : "Sponsored by Sparkasse..."
G : "Ja, sponsored by Sparkasse."
H : "Super. War sehr
gut."
G (lacht).... : "Also dadurch kamen wir aber in die professionellere
Schiene. Weil wir haben dann n bisschen im Tonstudio aufgenommen
und so weiter, und äh, in diesem Tonstudio haben wir auch
einen Drumcomputer für den Halu ergattert..."
H : "Den ersten..."
G : "Den ersten Drumcomputer, und ein Sequencerprogramm
für den PC, und damit konnte der Halu dann professioneller
Beats programmieren... Ja, 92 halt professionell angefangen,
erst auf Englisch, später auf Deutsch..."
H : "...Ja, also was heißt professionell, also wir
haben uns mehr hingesetzt..."
G : "Ja, aber schon... Also, vom Standard her haben wir
eigentlich mithalten können mit dem, was zu der Zeit woanders
ging, auch vom Equipment her, nur wir waren nicht mit der Szene
verbunden, weil wir sind ja auch schon solange da, in Anführungszeichen.
Also z.B von Wiz wußten wir ja auch, daß er da ist,
in Oberhausen z.B., nur eben kein Connect oder so..."
D : "Aber ich fands eigentlich nicht so schlecht, weil jeder
so sein eigenes kleines Süppchen machte, und dann auch die
anderen Leute beschnüffelte. Weil... das war ja so, man
ging auf Jams, guckte sich die Leute so an, und dann mit der
Zeit hatte man dann gemerkt, ja, die waren eigentlich ganz nett,
mit denen kannste reden und kannst auch was machen, möglicherweise
kamen wir dann aber nie dazu, und das fand ich dann aber auch
nicht schlecht, da jeder sich dann seinen eigenen Stil herausgeholt
hat. Ich find das eher gut, wenn die Leute nebeneinander ihre
eigenen Sachen (er)finden und kreieren, die dann eigentlich doch
irgendwie zur SELBEN Richtung führen. Also jetzt von der
Motivation her. Und das war dann halt leider auch so, daß
man mit den Leuten nie groß was zu tun hatte."
G : "Ja... Die Szene war halt schon damals so wie jetzt,
nur halt kleiner, aber es war nicht so, alle hach hallo, da sind
neue Leute, jetzt begrüßen wir die, das is ja heute
so, und früher auch schon so gewesen, aber mehr im kleinen
und wir haben auch so nie dazu gehört, also wir haben alles
irgendwie selber gemacht, deswegen auch das Label, deswegen ist
auch jeder mehr oder weniger am Produzieren...
Produzieren bei mir war 95, habe einen Drumcomputer vom Halunke
bekommen und da hab ich dann angefangen zu frickeln und Equipment
zu kaufen."
- "Ok... Was gibts zu euren Üblichen Zusammenkünften
zu sagen ?"
G : "Seit Anfang '99 haben wir halt diese Jam..."
H : "Am 28. 02. 99 war die erste..."
G : "Genau. Die Jam ist auch gegründet worden, weil
wir keine Auftrittsmöglichkeiten hatten, also mußten
wir selber für Auftrittsmöglichkeiten sorgen.
Genauso wie das Label, wir hatten kein Label, wo wir veröffentlichen
konnten, also mußten wir das alles SELBER machen. Das war
und ist eigentlich gedacht, immer noch, für Newcomer oder
generell für Leute, die Musik machen, eine Plattform zu
bieten, daß Leute dann da auftreten können und Open
Mic mitmachen können oder einfach gucken... Ohne großes
Anmelden, sondern einfach dahinkommen. So ist es einfach gedacht
und so wollen wir das auch wieder machen. Wir haben eine Zeit
lang mit größeren Acts gearbeitet, also daß
wir die bezahlt haben, und jetzt machen wir mehr wieder so wie
früher, also Leute kommen hin, können sich anmelden
an dem Abend und treten dann da auf. Das wird dann halt gelost,
aber eine Orga steckt schon dahinter."
- "Habt ihr schon ein Datum für die nächste
Session ?"
G : "Die nächste Session, ääähhh...
im August, oder? Halu, kannste mal kurz nachgucken bitte ?"
(Halu geht gucken, in der Zeit wird mit sichtlichemWOHLBEFINDEN
Cola gereicht und Schokolade verzehrt. Er kommt jedoch ohne Ergebnis
wieder, noch steht kein festes Date. Anm. d. Red.: Guckt einfach
hin und wieder mal www.malakas.biz
oder unter Dates)
- "Was ist eure Einstellung zum Internet, also abgesehen
davon, ob ihr jetzt eine eigene Homepage habt oder nicht ?"
D : "Es ist ja so, es gibt einen Unterschied hier in Europa...
Also ich faß es mal ganz kurz : Hier in Europa ensteht
oder es gibt das humanistische Recht.
Das heißt : das Autorenrecht. Hier ist es sozusagen, wenn
du Musik produzierst und sie sozusagen weiterverkaufst an Leute,
haben die Leute nur das Nutzungsrecht, d.h. sie könnens
hören usw., aber du gibst im Prinzip garnicht dein Urheberrecht.
In Amerika wiederum ist das so, daß eine Plattenfirma dich
richtig catched, d.h. deine komplette Idee auch kauft, d.h. du
hast garkeine Ansprüche mehr. Zum Internet, hm, also ich
finde sowas wie MP3 ist ein voller Ausdruck der Demokratie, also
der digitalen Demokratie, denn an sich ist es ja recht schön,
daß jeder Zugang hat zu guter Musik, die auch kreativ ist,
egal in welcher Stufe von Kreativität das jetzt einzustufen
ist, aber, daß jeder Zugang hat auf solche Daten. Musik
ist eigentlich ein Allgemeingut, das jeder haben soll. Auch wenn
man da im Nachhinein sagen müsste, ok, man verdient dabei
nicht. Aber ich finde trotzdem, man sollte das vielleicht ein
bißchen lockerer handhaben. Es geht da ja garnicht wirklich
um Geldinteressen. Wir sagen jetzt : Es ist ok, erstmal bekannt
zu werden, 2tens : später werden die Leute das von alleine
kaufen und werden sich das nicht einfach nur runterziehen. Ich
mein, man kann das natürlich auch so machen, daß man
die Qualität so mies macht, aber ich glaub das wär
n bißchen böse, ne..."
(lautes Gelächter)
D : "Man sollte sich schon das Recht nehmen, das runterzuladen
und den Leuten anzubieten, denn die Leute haben so besser Zugang
zur Musik. In den 80ern mussten wir selber zu Schallplattenläden
oder diese Mailorder in Anspruch nehmen, weil damals hatte man
ja garkeinen anderen Zugang zur Musik, und das ist heute viel
besser, zum Glück. Wär das damals schon so gewesen,
dann sähe die Musikbranche heute auch ganz anders aus. Viel
breiter gefächert. Und da wär die Musik vielleicht
auch ganz anders geworden, viel weiter vorne, viel avantgardistischer,
weil dann auch viele Strömungen besser und schneller zusammenkommen,
und das ist heute teilweise schon der Fall. Finde ich eigentlich
gut. Also das Internet ist als Kommunikationsmittel optimal."
A : "Also ich hab mit dem Internet halt, also mit dieser
MP3 Geschichte, daß dadurch halt Leute nicht mehr verkaufen
können, keinen Streß, handle ich für mich persönlich
eigentlich recht locker, also ich find es gibt ja soviel gute
Musik weißte, is ja unglaublich gute Musik und sehr viel,
aber is halt das Problem, daß du nur irgendwie ... Du hast
ja nur begrenzt viel Geld. Ich handle es für mich persönlich
so, ich zieh mir auch viel ausm Netz, und das was ich richtig
geil find, also was für mich richtig klassikermäßig
ist, das kauf ich mir dann auch, weil ich, weil mir das nicht
reicht auf einer für mich persönlich
gebrannten CD zu haben, weißte... Deswegen hab ich mit
MP3 überhaupt kein Problem, weil ich find wenn man die Einstellung
hat und auch weiß, daß Herzblut und
sowas drin steckt, wenn du Musik machst, und das Cover ja auch
mit, dann willst du einfach alles haben, weißte, dann willste
halt nicht nur irgendwas rausgezogenes haben und deswegen kauf
ich mir dann einfach das Produkt, zumal das auf Vinyl für
mich persönlich auch wieder ein ganz anderes Gefühl
ist, wenn du ne Platte hast weißte... Ansonsten so hab
ich mit dem Internet auch kein Problem, es ist halt nur gefährlich,
weil sich, egal was, ja superschnell verbreiten kann.
Weißte, es ist ja scheißegal, was, es ist dann sofort
überall. Jeder kann sofort alles haben, und das find ich
persönlich ein bißchen gefährlich, aber... ähm...
es hat ja alles 2 Seiten, nicht wahr ? Nein, quatsch..."
(grinst) "...Aber ich finds cool, um Leute kennenzulernen,
um sich auszutauschen, um zu connecten und sowas, ist dann für
Leute sehr praktisch, weißte, du kannst einfach Leuten
irgendwie... E-post ist viel günstiger... Es hat halt viele
Vor- und Nachteile find ich, aber im Endeffekt seh ichs eher
positiv."
H : "Man kann ja auch Platten über Internet bestellen.
Aber leider braucht man meistens eine Kreditkarte dafür,
das ist häufig ein Nachteil..."
A : "Ah ja, und es ist auch gut für Untergrund Leute
die können dadurch ihr Zeugs sehr gut pushen find ich.
Das ist eine sehr gute Plattform für Leute, die einfach
nicht die Mittel haben. Wenn die dann wenigstens die Mittel haben,
um ne Seite zu machen, ist schon viel gewonnen so."
- G : "Es ist halt sehr praktisch. Weil du dir im Internet
wirklich alle möglichen Infos rausziehen kannst über
alle möglichen Künstler, und, ja es ist praktisch halt,
du mußt nicht ausm Haus gehen...
Gefährlich ist halt, daß Leute dann eventuell wirklich
nicht mehr aus dem Haus gehen, das ist dann wieder Scheiße,
aber wenn mans halt nutzt um rauszufinden, wo man rausgehen kann,"
(zustimmendes Nicken allseits) "dann ist das wieder eine
gute Sache so. Man muß immer gucken, wie man etwas nutzt,
aber generell ist Internet ein Top Medium. Wobei man ja sagen
muß, es ist eigentlich für den Krieg gedacht worden.
Kommunikationssystem für den Krieg. Und jetzt nutzt mans
halt offiziell, und das ist halt schön... daß es zivil
genutzt wird."
V : "Internet ist definitiv eine feine Sache. Es eröffnen
sich mit Hilfe dieser fast unerschöpflichen Informationsquelle
schier unendliche Möglichkeiten Dinge zu entdecken, die
man auf "normalem" Weg vielleicht nie kennen gelernt
hätte. Weil man a)
einfach die Möglichkeit nicht zu hat oder b) einem das nötige
Geld zu fehlt. Wie jeder damit im Endeffekt umgeht, und damit
meine ich auch die MP3 Geschichten - ich mein, wenn mir etwas
wirklich gut gefällt kauf ich es natürlich auch - ist
jedem selbst überlassen. Ich ver- und beurteil in der Hinsicht
niemanden. Man sollte allerdings in all dem virtuellen Überfluss
nicht vergessen, sein eigenes Leben auch noch zu leben."
-
- "Aight, was steht bei euch momentan VÖ technisch
noch an, was werdet ihr noch releasen ?"
H : "Basic beyond wird ein Solo Album rausbringen. Es ist
ein Instrumentalalbum, aber wann es erscheinen wird, steht noch
nicht ganz fest."
A : "Ich hab mein Album fertig - Kaffee - da werden wir
sehn wann das rauskommt... Und halt auch noch Widerstandard arbeiten
jetzt an einem Album. Das dauert allerdings noch ein bißchen...
An meinem nächsten Album wird aber auch schon heftigst dran
gearbeitet, ist auch schon zur Hälfte fertig."
D : "Also momentan planen der Ganove, der Vagabund (der
ist ja momentan nicht hier) und ich, ein paar nette Sachen zu
machen, so n bißchen mal wieder die alten Wurzeln rausholen...
So daß es wieder... mal ein bißchen poppig wird,
wir haben halt einfach mal Lust, in eine andere Richtung zu gehen
und äh... ein Freund von mir, Bakla Olsen (???), der ist
leider nicht da, der ist wieder bei der Yakuza, der wollte auch
noch was machen..."
(Alex Aber muß herzhaft lachen.)
D : "...das wird dann auch elektronisches Geknister werden,
mal sehn wann das veröffentlicht wird, ich weiß noch
nicht wann der Lust hat, ich muß ihm da ein bißchen
unter die Arme greifen."
L : "Also als erstes steht das Widerstandard Album an und
danach kommt auch sehr nah im Anschluß daran das Lee Nozn
Album."
G : "Ganove hat viele Nebenprojekte, mein Solo müßte
eigentlich fertig werden..."
(Alex Aber lacht wieder.)
G (muß jetzt selber grinsen) : "Ganove solo... Dann
gibts da... ja die Herpes ist ja jetzt fertig, n Nebenprojekt...
Verzerrte Wahrnehmung... Ja, Herpes 2 gibts auch schon Stücke
für, es wird entweder ne EP oder ne LP. Dann eigentlich
mit Alex Aber noch
was... Also eigentlich plant Ganove mit allen Malakas Künstlern
ein Nebenprojekt noch mit. Ah ja, das Freistil Tape ist fertig,
Vol. 3.0, Dr. Sample und ich, und äh, Freistil 4.0 ist jetzt
auch in Arbeit, also viel VÖs stehen an, Label Inzest, quasi."
A : "Ah ja, Halunke und ich arbeiten momentan auch an sehr
vielen Tracks, das wird einmal in eine sehr aggressive Richtung
gehen - das wird dann Angry Arbeiter mit Alex Aber sein - und
dann wirds einmal sommermäßig werden - das wird dann
Basic Beyond mit Alex Aber. Dafür haben wir auch schon Stücke
fertig, und jetzt wird halt noch gemacht."
V : "In der Hinsicht plane ich nix sonderliches. Ich mache
Musik, wenn ich mich danach fühle. Und wenn ich genug Stücke
für eine EP haben sollte, dann mache ich halt eine EP. Denn
wenn ich eins vermeiden will, dann dass meine Musik zu einem
Fließbandprodukt wird."
G : "Das ist mit die Labelphilosophie... Keine Grenzen,
es gibt in jeder Richtung etwas für uns."
- "Würdet ihr oder könntet ihr irgendwelche
Inspirationen oder Einflüsse nennen ?"
H : "Eigentlich... Inspiration ist doch alles, was man aufnimmt
oder wahrnimmt... Also egal, ob das jetzt Musik ist, oder ob
man jetzt die Bahn verpasst hat oder in der Bahn ist und irgendwelchen
dummen Leuten ins Gesicht guckt oder indem man sieht, daß
sie Bild Zeitung lesen oder ja, sowas halt... Oder wenn man geile
Uschis vorbeilaufen sieht..."
(Sehr lautes Gelächter beim Malamob allseits)
H : "Also sowas halt. Also Ruhrpott ist sowieso so kapputt,
daß man überall sich Inspirationen ziehen kann. Es
gibt hier kapputte Ecken, aber auch schöne grüne Ecken,
und dann kann man sich überall Inspirationen holen. Entweder
durch die Ruhe oder durch die Zerstörungskraft."
A : "Also mich inspiriert auch alles, es ist egal, wenn
ich rausgeh, wenn ich den Fernseher anmach, wenn ich aufsteh,
in den Spiegel guck, es ist wirklich völlig egal, alles
inspiriert mich, und musikalisch halt, du meinst jetzt auch Einflüsse,
ne ?"
- "Ja, Inspirationen und Einflüsse."
A : "Ja, weißte, das hat der Ganove auch mal gesagt,
auch Sachen, die ich sehr schlecht finde, beeinflussen mich ja
in der Hinsicht, es anders zu machen. Und von daher beeinflußt
mich auch musikalisch einfach alles, ich kann mich davon nicht
freisprechen. In meiner Musik ist alles drinne, weißte,
es ist natürlich Rap, dann haste aber auch Rock, Elektro,
Lo Fi, 2 Step, Blablabla, alle möglichen Sparten, weißte
?
Musikalisch kann ich jetzt so garnicht sagen, weil es sind wirklich
soviele Sachen, die mich natürlich in irgendeiner Weise
beeinflussen, was bei jedem von uns so ist, ich mein, so überhaupt
das Rap jetzt da ist, wo es ist, das baut halt alles aufeinander
auf und
so, und du mußt halt versuchen, es weiterzuentwickeln,
und irgendwann garnicht mehr diese Kontextscheuklappen aufzuhaben
sondern einfach Musik zu machen, weißte, also nicht irgendwie
"oh ja, aber das muß jetzt irgendwie so und so sein",
sondern vielleicht auch mal auf den Takt zu kacken ... Oder einfach
irgendwas als Instrument zu benutzen, was vorher nicht als Instrument
gebraucht wurde... Zum Beispiel mit dem Fernseher an und ausmachen,
also da gibts genug Möglichkeiten find ich. Die Sachen die
ich so ganz viel hör, beeinflussen schon, aber ich versuch
das recht frei zu halten, so daß Sachen, die mir sehr gut
gefallen... Daß du das aber nicht unbedingt hörst
in der Musik, weißte, sondern daß du trotzdem versuchst
dein eigenes Ding durchzuziehn. Das funktioniert mittlerweile
auch recht gut so."
D : "Inspirationsquellen... Also eigentlich auch alles,
was meine Kollegen so gesagt haben... Aber was bei mir noch dazu
kommt, is halt, weil ich so stark visuell bin, also visuell denke,
inspirieren mich auch so Sachen von Künstlern, also jetzt
wirklich so alte Sachen irgendwie, so zum Beispiel ein Bild von
Monet oder so oder wie die ganzen Spinner heißen..."
Alex Aber lacht laut.)
D : "...Pessimismus, Expressionismus... Aber auch Filme,
wenn ich jetzt nen hübschen Film seh, es geht doch einfach
darum, zu versuchen, sich möglichst viele Möglichkeiten
offenzuhalten, und was ich toll finde, ist zum Beispiel, daß
wir hier in dieser Runde nicht sagen "Ich finde Run Dmc
ganz toll", das ist bei uns eigentlich nicht so die Basic.
Wir hörens an, aber wir haben da verschiedenen Einflüsse.
Wir konkretisieren das auch nicht ganz genau, weil man muß
immer, wie der Halunke das auch schon gesagt hatte, einfach offen
sein für alles, was da ist. Und zum Glück ist es noch
da. Wer weiß, wo wir in 20 Jahren stehen ?
Vielleicht hören wir nur noch Rod Stewart und son Zeugs."
L : "Alles ist die beste Inspiration. Wenn man sich von
allem inspirieren lässt, kommt auch das beste raus."
G : "Das Leben an sich ist meine Inspiration. Alles ist
alles."
V : "Jap, jap... ganz klar... mein tagtägliches Leben
und das was ich fühle."
- A : "Alex Aber Zitat, Baby..." (lacht)
- "Ok, und von Einflüssen mal ganz abgesehn, was
hört ihr euch neben Rap privat zuhause an ?"
H : "Elektronische Musik, Aphex Twin, Squarepusher, oder
Rock, Surrogat find ich sehr gut..."
A : "Halunke und ich, wir teilen uns auch sehr viel Zeugs
so, wir tauschen halt viel untereinander aus, mitm Lee mach ich
das auch... Ich hör halt alles Mann, Rock, Elektro, Surrogat,
Multi Peaches, ganz kapputtes Zeugs, Sonic Youth ist eine meiner
absoluten Lieblingsgruppen, At the drive in, auch die neue Phantom
Planet..."
H : "System of a Down, sehr gut."
A : "Jamann, das ist cool, dann Elektro, naja, Squarepusher,
Aphex Twin halt, die ganze Schiene, da will ich mich auch garnicht
festlegen, Laub, die ganzen Kittie-Yo Sachen, alles... Also ich
hör einfach alles an, Mann, wenns mich berührt. Also
das ist
ganz egal, wenns nah an mich ran geht, hör ich alles, es
gibt keine Musik, auf die ich jetzt sehr stark fixiert bin. Also
alles, was ich fühlen kann, hör ich mir an. Das ist
so der einzigste Kontext Mann."
D : "Eigentlich auch dasselbe, also alles das, was einen
emotional erfassen kann. Das ist eigentlich das Wichtigste. Also
eigentlich ist die Musik das Beste im Leben, das habe ich schon
immer gesagt. Das stimmt auch so. Also wenn ich zum Beispiel
vor nem Bild
steh, das hab ich auch schon den Leuten hier gesagt, und ich
raff dann nicht, was dann z. B. der Picasso sagt oder sich gedacht
hat dann ... Wenn du dieses Vorwissen nicht hast, kannst du es
auch nicht verstehn. Und bei der Musik ist es ganz anders. Du
hast einen Ton, ein bestimmtes Geräusch und es verursacht
ein ganz bestimmtes Gefühl. Deine Emotionswelle, und das
ist das was die Musik stark macht. Stärker glaub ich
sogar als das Visuelle.. Wir hören eigentlich alles, was
die Emotionen so wünschen."
L : "Also ich hör eigentlich insgesamt wenig Musik..."
A : (stöhnt und rollt gespielt mit den Augen) : "Uuuuhhh..."
L : "Schon viel Rap, aber wenn nicht Rap, dann zum Beispiel
solche Sachen wie Buena Vista Social Club oder sowas..."
A (grinsend) : "Cool..."
L : "Oder Erykah Badu und son Zeug so..."
A : "Is doch auch Rap Mann..."
L : "Mit Gesang und so..." (Zu A gewandt) : "Halt
den Mund du Schlampe..."
A : (lacht.)
V : "Da gibt`s nix besonderes. Klar, viel Rap... letztere
Zeit Sachen von Animal Pharm oder Blackalicious... aber auch
gerne Sachen von Lenny (Kravitz!!), Natalie Imbruglia oder auch
Alanis... Na ja, und als letzteres noch paar Soul Diven, wie
Lauren Hill oder Alica Keys... Aber generell lege ich mich da
nicht sonderlich fest. Ich liebe auch die alten Funksachen und
wenn ich in der Bahn fahre höre ich mir meist Halu`s Instrumentale
an."
G : "Ganove hört viel Radio."
(Alle lachen.)
G : "Da ich ja sehr viel Auto fahren muß, hör
ich echt immer Radio und die Cds von allen möglichen Leuten,
wir tauschen halt untereiander..."
L : "Wir brennen auch garkeine CD's..."
(Alle lachen.)
G : "Brennen ? CDs ? Nein... Also das ist auch irgendwie
Malakas Philosophie, keine Grenzen, es wird alles gehört,
keine Grenzen, auch wirklich der schlimmste Trash, wo andere
Leute sagen würden was ist das denn ??? Sowas finden viele
von uns halt sehr geil. Finden auch nicht wieder alle geil, aber
einen gibts bei uns, der hört das. Egal, was es ist. Ob
Pop oder tanzbare Sachen... Everybody dancin'..."
(Alle lachen.)
- "Welche menschlichen Charaktereigenschaften sind
euch generell wichtig, auf euer Gegenüber bezogen ?"
H : "Ich muß 100% ig sicher sein, daß ich mich
auf den oder diejenigen verlassen kann. Und daß er, egal
obs mir gut oder schlecht geht, daß ich weiß daß
er für mich da ist."
A : "Das ist bei mir auch der Fall... Dann ist mir Authentizität
sehr wichtig, aber das ist ja eigentlich nur so ein Dogma...
Das Allerwichtigste ist mir auch, daß ich mich auf die
Menschen verlassen kann. Ehrlichkeit ist natürlich auch
was sehr wichtiges für mich so weil... So wenn du rausgehst
dann haste genug Scheiße weißte, das mußte
dann nicht auch noch haben, wenn du das selber gestalten kannst.
Irgendwann ist das dann auch zuviel, Mann... Also mir ist generell
wichtig, daß meine Leute für mich da sind und mir
nicht irgend nen Scheiß erzählen. Aber das merkt man
dann halt auch."
D : "Ja, es stimmt schon so, was meine beiden Vorredner
hier gsagt haben. Das ist wirklich wahr. Vor allem jetzt, in
der schlimmsten Zeit sagen wir mal, ist es einfach wichtig, weil
wir als Label haben das ja als Freunde gegründet und der
Freundeskreis hat sich auch so erweitert und man muß dann
auch wirklich kommunikativ weiterkommen. Und auch Ehrlichkeit
ist dann in diesem Moment wirklich wichtig. Also wir haben auch
manchmal unsere Probleme, das ist normal, wir kacken uns manchmal
auch richtig aus, aber dann ist auch wieder gut. Das allerwichtigste,
Authentizität, hat man leider bei vielen Leuten nicht mehr
heutzutage, und ich würd so sagen, das ist eigentlich das
traurigste. Aber das müssen wir hier nicht drin haben, dieses
Problem. Wir habens auch mal gehabt und habens manchmal immer
noch, aber wir arbeiten immer dran und wir sind eigentlich auf
dem besten Weg, das aus der Welt zu schaffen. Das ist eigentlich
so unsere kleine Welt auch, die wir draußen eigentlich
auch haben möchten, und das möchte ich glaub ich für
alle sagen, Ehrlichkeit, Authentizität und das sich-aufeinander-verlassen-können,
das ist eigentlich das beste, was man heutzutage hat. Mehr als
diese finanziellen Geschichten."
V : "Da kann ich nur beistimmen! Doch manchmal erweist sich
das nicht immer als sehr einfach, da man, um einen gewissen menschlichen
Konsenz zu erzielen, auch mal über seinen Schatten springen
muss. Was ja "eigentlich" auch nicht schwer fallen
sollte, wenn man sich gut versteht, doch wenn das nicht der Fall
ist, ist der Selbsterhaltungstrieb manchmal stärker. Aber
wir arbeiten ja daran und erziehen uns alle zum besseren Menschen
der Klasse 1... *ggg*"
- L : "Also an sich klar, auch was die anderen schon gesagt
haben, also Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und äh..."
A (flüsternd) : "Gut im Bett sein..."
(Alle lachen)
L : "Ja... und Lockerheit oder sowas, also nicht so verkrampft
oder so... Ich mein, wenn man sich jetzt auf jemanden verlassen
kann oder wenn einer einen jetzt nicht abzieht, dann muß
man ja immer noch nicht mit dem klarkommen so, man hasst ihn
dann zwar nicht aber man kann ja immer noch seine Probleme haben."
G : "Wichtig ist, kann er mir die andere Hand waschen ?"
(Alle lachen.)
G : "Nein, das war nur Spaß."
(Alle lachen noch lauter.)
G : "Eine Hand wäscht die andere... Nein, natürlich
auch Ehrlichkeit, Offenheit und Verlässlichkeit. Und im
Musikbiz, leider, muß man sich dann auch fragen, was kann
der andere für uns tun ? Wenn ich wen kennenlerne halt.
Weil oft ist es nämlich so, daß
wir so gesehen werden, mittlerweile, Leute sehen in einem ja,
weil man n Label hat, weil wir ne Jam haben, oder weil wir eine
Radiosendung haben, daß die jetzt bei uns rein müssen
oder so. Und das funktioniert nicht so. Wenn dann funktioniert
es auf Gegenseitigkeit. Aber das heißt jetzt nicht, daß
wir irgendwelche Arschlöcher kommen lassen nur weils Austausch
ist, sondern wir achten schon darauf daß es im freundlichen
Einvernehmen ist..."
A : "Bei der Bizness Seite ist es bei mir auch so, wenn
jetzt jemand nicht die Mittel hat, was zurückzugeben, es
ist trotzdem kein Díng, wenn du weißt, dieser Mensch
ist so und so drauf Alter, weißte so, es is trotzdem kein
Problem, den dann Biznesstechnisch n bißchen zu unterstützen,
also es ist kein Ding, wenn jetzt jemand nicht so die Möglichkeiten
hat, wenn menschlich alles okay ist, hab ich damit kein Problem
so."
G : "Also so war das vorhin eigentlich auch gemeint von
meiner Seite her..."
L : "Für Feature ist mir persönlich eigentlich
nur wichtig, daß der andere kein Feature machen will, weil
wir so gute Rapper sind oder so. Also wenn ich so das Gefühl
hab, daß der eigentlich nur eine Kollabo haben möchte
weil der uns richtig cool findet, oder unsere Musik cool findet,
dann finde ich das nicht ausreichend so. Also das musikalische
finde ich bei einer Kollabo noch nicht mal das wichtigste."
- "Meint ihr, Rap kann nochmal richtig was verändern,
so wie es am Anfang war?"
H : "Auf jeden Fall. Also es wird vielleicht noch ein bißchen
was dauern, aber es kann auf jeden Fall noch was passieren, ich
mein, es kommen ja jetzt viele neue Ansätze durch, z. B.
die vielen neuen Def Jux Sachen, die rauskommen, finde ich alle
sehr gut... Joah, da kann auf jeden Fall noch viel passieren.
Ich mein jetzt im Moment ist es ja schon so, daß man teilweise
nicht mehr ganz so krampfhaft rangeht mit diesem Elemente Ding
und so aber es kommt sehr langsam...
Ich denk mal so Mainstream mäßig wird das erstmal
vielleicht verschwinden in Deutschland aber irgendwann wird der
Underground wieder hochkommen und dann wird alles wieder schön."
A : "Shine, wie hast du die Frage jetzt gemeint, ob Rap
an sich jetzt was gesellschaftsmäßig verändern
kann oder wie hast du das gemeint ?"
S : "Sowohl gesellschaftlich als auch innerhalb dieser sog.
Artform..."
A : "Ja, ich glaub auf jeden Fall, daß sich da viel
tun kann, wenn die Leute auch irgendwann so an die Musik rangehen,
daß es irgendwann nicht mehr definierbar ist, was es denn
jetzt genau ist, so weißte, daß du irgendwie noch
nicht mal sagen kannst, ob der Typ singt oder rappt. Und ob das
jetzt Rockrap oder Poprap oder Experimental Rap, Abstract Rap,
Blah Blah, ist und es gibt ja immer diese Sparten
weißte...
Ich geh halt nicht an Musik so ran, ich mach jetzt Rap weißte,
natürlich ist es Hiphop, aber ebenso natürlich ist
es Rock weißte, natürlich ist es auch Elektro. Wenn
die Leute das begriffen haben, daß es letztendlich Musik
ist, denk ich, daß es dann am schnellsten was verändern
wird, so daß diese Trennung überhaupt nicht mehr da
ist. Und daß auf einer Hiphopjam einfach Musik gemacht
wird und nicht nur Rap. Das wäre was recht sinnvolles find
ich. Und gesellschaftsmäßig war es ja schon immer
so, daß Musik schon immer sehr viel bewegen konnte, also
jetzt vielleicht nicht so "Oh geil, die Regierung ist
platt und wir können jetzt alle anarcho-nackt auf der Straße
tanzen", aber auf jeden Fall hilft Musik ja Leuten nicht
einfach kaputtzugehen, weißte was ich mein, daß die
also irgendwas haben, woran sie sich festhalten können...
Also z. B. bei Halu und mir ist es ja auch ganz extrem, so daß
wir manchmal echt reinkommen, aggressiv sind, was machen und
danach gehts dir besser, so weißte, daß du das verpackst
bzw. als Ventil benutzt. Deswegen denke ich, daß es gesellschaftsmäßig
vielleicht schon insofern was verändert, daß weniger
Leute verrückt werden, dadurch daß sie sich abreagieren
können, auch emotional, du kannst mit jemandem reden und
die Leute merken "Ach da ist jemand, dem gehts auch so",
weißte was ich mein, und Leute bekommen Denkanstöße,
egal obs jetzt super polarisierend ist oder einfach nur gegen
alle Regeln verstoßen wird, daß Leute sich da evtl.
nen Kopf machen oder ob es eben ganz sachlich zur Sache geht
und es dann Leute gibt, die sich da was rausnehmen können.
Also ich denk daß das soweit schon was verändern kann.
Lange Rede, kurzer Sinn."
D : "Das Wort Rap an sich ist für mich nicht existent.
Also... es ist ja eigentlich nur die Musik. Bzw. die Art, wie
du diese Musik ausdrückst. Und es ist ja leider so, dieses
Einkategorisieren ist ja dadurch passiert. Was ich eigentlich
sagen möchte ist, ich sage ja, gesellschaftsmäßig
könnte es was verändern, nur das Problem ist, es wird
von anderen Leuten gesteuert. Also leider sind nicht wir die
Leute, die das steuern, sondern andere, und die haben das Geld.
Und was wir versuchen, auch als Label, ist, diesen großen
Strom n bisschen zu ändern, und in einen anderen Strom zu
leiten, wo die anderen Kleinströme hinkommen und hoffentlich
irgendwann mal einen eigenen großen Strom beginnen, weißt
du was ich mein... Rap ist eigentlich egal was es ist, wie Alex
schon sagte, es kann Gesang oder sowas sein... Also ich hoffe
wir kommen irgendwann an den Punkt, daß jeder selber frei
entscheiden kann, ohne auf das Urteil anderer angewiesen zu sein,
was er machen möchte bzw. wie er seine Gedanken verpacken
möchte, in was für eine Musik usw. Und politisch kann
es auch verändern, aber ok naja, es gibt ja auch junge Konservative,
die dann immer noch so Mozart hören und so... Aber naja,
wir hoffen schon, daß es soweit kommt, daß wir nicht
anarchisch nackt durch die Gegend laufen, aber halb bekleidet."
L : "Also ich denke solange Musik irgendwas verändern
kann, kann Rap sowieso auch was verändern, schon allein
für jeden einzelnen, seine Welt kann durch Musik ja schon
verändert werden. Und dann kann auch allgemein was verändert
werden."
(versinkt 2, 3 Sekunden in schweigendes Denken)
L : "Meine Musik wird dich auf jeden Fall verändern."
(Lautes Gelächter.)
G : "Ja also ich denke durch das Medium Internet kann viel
getan werden, also daß Leute von überall Musik runterladen
und hören können und daß Leute, die so nicht
gehört werden würden, durchs Netz gehört werden
und dadurch kann viel verändert werden, aber generell so
Rap... weiß nicht, aber es gibt ja soviele Leute, die was
vorhaben, aber halt nicht gehört werden. Damit sich was
verändert, muss man gehört werden. Ich denke, Rap könnte
was ändern, aber ich denke, die Leute müßten
mehr zurück zum Ursprung so... Also zur alten Schule, sag
ich immer..."
A (muß lachen.)
G : "Ja, damit Rap verändert, muß man wieder
zurück! Also jetzt sag ich nicht "ja, früher war
alles besser", sondern die Einstellung früher von den
Leuten muß wieder so sein, also die Leute müssten
wieder..."
S : "Respekt haben vor dem, was man macht ?"
G : "Ja Mann, Respekt haben, generell vor anderen Menschen...
Weil heutzutage hat Rap eben all diese Schubladen, und wenn man
die aufkriegt, dann könnte man wirklich wieder was verändern.
Leute, die halt nur eine bestimmte Musik hören, haben eine
bestimmte Denkweise und eine Lebensweise. Und so wird sich nichts
ändern, wenn es so bleibt, wie es ist. Hörst du aber
generell in andere Richtungen, und bist weiter interessiert,
das heißt du hast deinen Blick nicht nur fixiert, sondern
eher offen, so wie man auf der Straße den totalen Blickwinkel
hat und nicht nur auf eine Sache gerichtet, wenn man das hat,
dann kann Musik ändern. Aber dazu sind die Leute heutzutage
ja zu bequem, um nach anderen Sachen zu horchen. Man muß
ja Sachen bringen."
H : "Obwohl das eigentlich viel einfacher ist."
G : "Ja genau. Auf jeden Fall."
H : "Ich lad mir ja auch ständig MP3s von irgendwelchen
fremden Gruppen runter und hör mir die an so, wirklich irgendwelche
Gruppen, die ich garnicht kannte, zum Beispiel bin ich vor knapp
einem halben Jahr auf Anal Cunt gestoßen."
A : (muß lachen.)
H : "...wollte ich auch mal hier nennen. Anal Cunt. Das
beste... Ach keine Ahnung, ich weiß selbst nicht, was das
ist. Sehr gut. Müsst ihr hören. Zu ner MP3 Seite gehen
und Anal Cunt runterladen. Anhören. Sehr gut."
A : "Zumal weißte, wenn du dir anguckst irgendwie
die Leute die wirklich einfach Musik machen und das auch begriffen
haben, weißte, die kollaborieren auch wild, mit einfach
allem, was jemals in irgendeine Sparte gesteckt wurde. Das ist
wichtig, weißte... wenn man diese Einstellung immer mehr
hat, dann hoffe ich daß Musik irgendwann garnicht mehr
kategorisierbar ist.
Also daß es sogar Leuten, die es die ganze Zeit machen
wollen, garnicht mehr machbar ist, was ja auch z. B. mit diesen
ganzen Avantgarde Sachen gemacht wurde. Wenn was nicht mehr definiert
werden konnte wurds dann einfach Avantgarde genannt. Im Grunde
kann man sich den Kopf mit Kleinkariertem kaputtmachen."
D : "Was ich noch sagen wollte, ich hab da auch noch ein
sehr schönes Bild mit der Autobahn, also wenn du mit dem
Auto fährst, daß man schon einen ganz großen
Blickwinkel hat und man selten in einen Crash verwickelt wird...
Das Problem ist auch, es stimmt, die Leute sind sehr bequem geworden.
Es ist einfach zu sagen "Ich denke so, ich fühle so,
ich handle so, wie mans mir vorgibt". Und diese Muster aufzubrechen,
da sind die Leute einfach... Ich beobachte das immer, dummerweise
bei Leuten, die, sagen wir mal, die relativ wenig Einfluß
bekommen haben und die bleiben dann so in dieser Richtung...
Zum Beispiel im Hiphop ist es ja so, hm... Man kifft, man trinkt,
man fickt und gröhlt rum... Und langsam hat sich das so
eingebürgert, und das ist nicht grade produktiv, weil das
is ja dann schon wieder so eine Randgruppenbildung. Und diese
Dogmen die wir heute haben, die sind kontraproduktiv für
die Gesellschaft auch, weil man sich dadurch abgrenzt von den
andren Leuten. z. B. würd ich auch gern mal mit dem Stoiber
reden, und das ist so ne Sache wos auch wichtig ist, mit verschiedenen
Gesellschaftsgruppen zu sprechen, wodurch man sich nicht selber
einengt. Und das ist
das Problem, was wir heute haben. Ich würd auch gern mal
mit Ozzy Osbourne reden. Ist doch bestimmt ganz lustig zu wissen,
was der denkt, wieviel Geld der hat usw. Soweit ist das garnicht
voneinander entfernt. Es geht den Leuten ja nur um die Musik
und auch, was sie mit der Musik transportieren, was für
Messages usw..."
S : "Und auch mal sich den Gedanken anderer zu öffnen..."
D : "Ja genau, das ist sehr wichtig. Also das ist ja auch
son bißchen seelischer Striptease, den man eigentlich wenn
man auf der Bühne ist, performt, das ist ja auch selbstreinigend,
du bist auf der Bühne und gibst der Gesellschaft ein bißchen
von dem zurück, was sie verdient und auch, was sie ist."
A : "Ja, ganz kurz zu den Sparten nochmal, und warum das
auch so ist mit dem Rap und so, daß alles so krass kategorisiert
ist, ist ja auch... das gibt dir Sicherheit, weißte ? Ich
hör Rap, und Leute definieren sich dann halt über dieses
Ding, und daraus können sich Leute dann auch viel ziehen
so, sie definieren sich dann ja so über dieses bestimmte
Dingen, aber wenn du halt wirklich guckst, ist es immer dasselbe.
Zwischen Rap und Rock jetzt z.B., attitüdenmäßig,
wenn du die Dogmen komplett ablegst, ist es identisch. Deswegen
ist auch diese Spartending so krass, wei es Sicherheit gibt und
die leute wollen halt Sicherheit haben, aber es ist halt leider
nur eine Illusion. Sicherheit ist ja nur eine Illusion, das gibts
ja garnicht."
G : "Nochwas dazu... Also die einzelnen Szenen meinen ja,
das sie anders sind als der Rest der Gesellschaft. Aber eigentlich
ist es so, daß jede Szene eine Gesellschaft im Kleinen
ist. Weißte, in der Hiphop Szene ist es genauso wie in
der normalen
Gesellschaft, da sind die Leute, die arbeiten, da sind die Leute,
die viel Geld verdienen, da sind die Außenseiter, da sind
die Leute die halt versuchen was zu verändern... Also was
man da groß verändert, ist, daß in der Szene,
die ja doch so wie die Gesellschaft ist, sind dann ja Leute,
die versuchen, was zu verändern. Und wir versuchen für
uns halt was anders zu machen, anders ranzugehen und das mit
anderen Augen zu sehen. Das
die Leute das halt checken und halt mehr machen. Was die Philosophie
von Malakas auch noch ist außer keine Grenzen zu haben,
ist das selber machen, ganz stark. Also es kann wirklich jeder
was selber machen, produzieren... Man muß nur einen Vierspur
kaufen, das haben die Berliner ja auch so... Heutzutage muß
man halt wirklich dazu übergehen den Leuten zu sagen und
zu zeigen "Du kannst es echt selber machen", und
dann, wenn Leute die Mittel haben, und das ist wirklich nicht
viel Geld, Vierspur Studio mit Sampler und und und, das sind
vielleicht 500 Euro, und wenn alle möglichen Leute, die
was machen wollen, ihr Geld in so kleine Studios investieren,
dann kann wirklich viel passieren, weil du dann dem Volk das
Werkzeug Studio oder das Werkzeug Musik gibst, um was zu verändern.
Daß die Leute durch die Musik was sagen. Ob die
jetzt was politisches sagen wollen oder nur Liebe als Botschaft
oder nur Tanzen oder oder oder... Also wir müssen den etablierten
Studios einfach was wegnehmen, die Macht ein bißchen schmälern,
indem wir vieles selber machen. Also wieder zu Zeiten der musikalischen
Revolution zurückzukehren. Da könnte man was ändern,
wenn man den Leuten sagt "Du kannst es", egal wer.
Zum Beispiel regen sich ja viele über diese Toys auf, bei
Mixery Raw Deluxe z.B. gibts ja ne Menge Leute die sagen "Uäh,
guck mal, der hat grad erst angefangen zu rappen" und so,
sagt denen stattdessen doch einfach "Ja, toll, was du machst,
hier, wenn dus wirklich ernst meinst, investier doch n bisschen
geld in nen Vierspur etc., mach deine Tracks fertig". Und
dann kann es sein, daß da wirklich was passiert, aber das
wird den Leuten ja auch nicht unbedingt gesagt.
Somit gibt man den Leuten ja auch nichts in die Hand, damit sie
was tun können. Wobei ich dann aber auch sagen muss, daß
Leute, die sowas hören und auch annehmen, natürlich
auch schwierig sind. Also das was wir machen das haben wir ja
jetzt weitergegeben, z.B. an den Alex Aber und an Lee Nozn und
die machen das halt so. Zum Beispiel haben wir dem Alex die Möglichkeit
gegeben, in seinem eigenen Studio aufzunehmen, das kommt von
mir halt, daß ich gesagt hab, hier habt ihr (also Widerstandard,
Alex Aber und Lee Nozn) nen Vierspur und nen Sampler, und der
Halu gibt denen halt nen Drumcomputer, und wir zeigen denen halt
son bisschen so wies funktioniert, die Grundlagen, und seitdem
machen die das und Alex Aber z.b. ist auch ein Top Aspirant dafür,
daß was geändert wird, muß ich jetzt mal sagen,
17 Jahre alt und schon soviel drauf..."
A : "Also die Malakas haben mich wirklich mit diesem Studio
bestückt und dann haben die mich dann halt auch direkt zum
Imageberater geschickt, weißte, die haben geguckt, die
haben Marktforschung gemacht, was ist im Moment angesagt so und
dann kam das dann auch schnell mit Rock und so und Emocore, das
ist ja auch im Moment ziemlich angesagt, dann hat Lee mir eine
alte abgefuckte Jeans von sich geschenkt, ich hab ne alte Schnur
durchgezogen und... und ich hab alte Kindershirts... Meine Mutter
schmeißt generell nicht viele Sachen weg, sie hat mir dann
auch Kindershirts gegeben und jetzt lauf ich dann halt auch son
bisschen Emo Skatermäßig rum, damit ich meine Zielgruppe
besser ansprechen kann... Auf der Bühne fahr ich auch generell
immer mit dem Skateboard auf die Bühne drauf damit das alles
son bisschen..."
(Spätestens an diesem Punkt brechen alle in lautes Gelächter
aus.)
S : "Hehehe, und die obligatorische Holzperlenkette ?"
A : "Natürlich, die habe ich auch Mann... Nein, alles
Quatsch, jetzt mal ernst, was Gano gesagt hat ist richtig Mann,
ich hab einfach nur nen Vierspur, den bezahlen wir halt immer
noch ab so beim Gano, weil der hat den extra teuer gemacht, damit
wir den auch wirklich zu schätzen wissen..."
G : (lacht.)
A : "Nein, Quatsch, also dann haben wir noch son Mic bekomen
und nen Sampler, und du nimmst einfach n bisschen und dann machste
damit halt schon so...
Also was ich eigentlich sagen wollte, ist, du nimmst einfach
nur n bisschen und daraus machste was richtig leckeres für
ganz viele Leute."
G : "Und das ist wieder die Old School Einstellung, aus
wenig..."
A : "Die aber nur der Gano hat..."
(Alle lachen)
G : "Also das muß ich ja leider immer sagen, weil
die Leute das ja immer wieder gerne vergessen..."
A : "Old school, old school, old school..."
G : "Alte Schule halt."
FLASHSTATEMENTZ:
(Ein Wort von mir, eins oder sowenige wie möglich von
euch)
- Hiphop
H : Ja.
A : Sehr.
D : Sehr... komisch.
L : Ich. (Lautes Gelächter allseits)
G : Is Hiphop.
V: Supa!
-
- Rap
H : Auch.
A : Auch.
D : Sehr.
L : Bißchen.
G : Ist Rap.
V: Supa!
-
- DJ
H : Bin ich gewesen, bin ich auch noch.
A : Makes the Party.
D : Genau.
L : Ok.
G : Faxen. (Lautes Gelächter allseits)
V: Au supa!
MC
H : Muss es geben.
A : Kassette. (Lautes Gelächter allseits)
D : Hehler.
L : Zeremonie. (Lautes Gelächter allseits)
G : Rappen.
V: Ja.. supa?
-
- Graffitti
H : Ist gut.
A : An die Wand malen mit einer Sprühdose.
D : Nicht mein Ding.
L : Ssstyles. (Lautes Gelächter allseits)
G : Ist Graffitti.
V: Nett!
-
- Alte Schule
H : Sind die Wurzeln.
A : Grundschule.
D : Gesindel. (Lautes Gelächter allseits)
L : -
G : Ist die nächste Schule.
V: Vergessen...
Freestyle
H : Guter Freistil ist amüsant.
A : Was aus dem Kühlschrank nehmen und schnell was zaubern.
D : Helge Schneider.
L : Snowboarden.
G : Ist Freistil. aus dem Kopf.
V: Hat ich mal Spass dran...
Funk
H : eine Lebenseinstellung.
A : Radiofunk.
D : Nica Costa.
L : Funkuhr.
G : -
V: Jeeeee!
-
- Jams
H : müssen besser werden.
A : Black Music in the Radio.
D : Marmelade. (Lautes Gelächter allseits)
L : War noch nie auf einer.
G : sind keine Jams.
V: Auch daran hatte ich mal Spaß...
-
- Interviews
H : Gute Frage. Sind wichtig.
A : Sehr wichtig und spaßig für den Künstler.
D : Intim.
L : Noch machts Spaß, auch wenn ich wenig sage...
(Lautes Gelächter allseits)
G : Botschaft vermitteln.
V: Einsicht.
-
- Ruhrpott
H : Hiphop.
A : Kapputt.
D : Viel Dreck.
L : Heimat.
G : Ruhrstadt.
V: Da wohn ich.
-
- Malakas
H : sind die Besten.
A : Stark wie ein Esel.
D : www.malakas.biz
L : Wichser. (Lautes Gelächter allseits)
G : Starke Wichser.
V: Steht für stärke! Religion bzw. Glauben
H : Der Glaube an irgendetwas und an sich selbst ist nach Liebe
das wichtigste.
A : Kann durch Dogmen trennen, kann schwachen Leuten helfen,
und Glaube, wie Halu sagte, das Zweitwichtigste im Leben.
D : Buddhismus. Nein, der Glaube an mich selbst.
L : Lee. Nozn. (Lautes Gelächter allseits)
G : ist Glauben.
V: Kraft und Energie
-
- Bildung
H : Darf nicht unterbewertet werden. Aber auch nicht überbewertet.
Leider kommt Menschlichkeit in der Schule zu kurz.
A : Für sich persönlich sehr wichtig, und Allgemeinbildung
: Mittel zum Zweck.
D : Für alle.
L : Gut, aber nicht notwendig.
G : Ist wichtig.
V: Auf jeden Fall wichtig, allerdings liegt`s im Ermessungsgrad
von jedem selbst.
-
- Wissen
H : Wie bei Bildung.
A : Sehr machtvoll. Kraft.
D : Dasselbe.
L : U want it, i got it. (Lautes Gelächter allseits)
G : Ist Macht.
V: Siehe Bildung...
-
- Respekt
- H: Unsere Aufgabe.
A : Notwendig.
D : Aber nicht bei allen.
L : Give it, i give it back. (Lautes Gelächterallseits)
G : Wichtig. Für alle.
V: Jap, sehr wichtig.
-
- Ehrgeiz
H : Entsteht automatisch, wenn man eine Sache hat, die man liebt.
A : Heutzutage notwendig, um überhaupt nach vorne zu kommen.
D : Haus in der Toscana. (Lautes Gelächter allseits)
L : Ein Muß.
G : Musik.
V: Mein Wille ist mein Ziel.
-
- Labels
H : Musikverbreiter.
A : Künstlervertrag.
D : Pole.
L : Camembert.
G : Bandübernahmevertrag.
V: Malakas im Majornebelz...
-
- Leben
H : Muss man schätzen.
A : Der Grund für alles.
D : Hab Angst zu sterben.
L : Kurz.
G : Eben. (Lautes Gelächter allseits)
V: Das einzige Gut, was nur mir gehört.
-
- Politik
H : Alles was man macht.
A : Absolut richtig.
D : Ist eine Marke.
L : Siehe Alex und Halu.
G : Ist Alles.
V: Ja... Politik...
-
- TV
H : Es geht ja nicht nur um die äußere, sondern auch
die innere Aktivität. Insofern ist TV auch manchma gut.
A : Meistens leider nur Demotivationsdrill.
D : Hirnwäsche.
L : Schau ich kaum.
G : Arte und Musiksender.
V: Siehe Doc Nozn...
-
- Destruktion
H : Macht Platz fürs neue.
A : Gewalt.
D : Kung Fu. (Lautes Gelächter allseits)
L : Pulsadern. (Lautes Gelächter allseits)
G : Zerstörung.
V: Spukt zu oft im meinem Kopf rum.
-
- Konstruktion
H : ist gut.
A : Kissing a Girl in the Face. (Lautes Gelächter allseits)
D : Das Bauhaus.
L : Richtfest.
G : Zusammensetzen.
V: Architekt
-
- Seele
H : Körper und Geist.
A : Ein Teil.
D : Universum.
L : James Brown. (Lautes Gelächter allseits)
G : -
V: Ein wichtiger Bestandteil meines Ichs.
-
- Wohlbefinden
H : Der beste Sampler, dens gegeben hat und je geben wird.
A : Alex Aber geht die Treppe hoch und ißt ein leckeres
Eis.
D : Die schöne Welt.
L : Verkannt.
G : Liebe.
V: Primäres Ziel in meinem Dasein.
-
- 3tes auge
H : Gibt es bestimmt.
A : Kann man nicht sehen.
D : Hab ich.
L : -
G : Hab ich nicht.
V: Hab vier.
-
- Gedanken
H : Darf man sich nicht zuviele machen.
A : Gedanken sind ein Werkzeug, daß äh... (Lautes
Gelächter allseits) nicht andersrum.
D : Lesen.
L : Bremse.
G : Macht.
V: Beschäftigt mich sehr.
-
- Sprache
H : Musik.
A : Kommunikation.
D : Tomskee, Sprachwissenschaftler.
L : Zu klein.
G : Universell.
V: Wort
-
- Mensch
H : Sein.
A : Plastisch.
D : Moleküle.
L : Tier.
G : DNA.
V: Ja...
-
- Gesellschaft
H : ist man automatisch drin, ob man will oder nicht.
A : Ich habe einen Schmerz an der Ferse. (Lautes Gelächter
allseits)
D : Mikroeinheit.
L : Aktien.
G : Hiphop.
V: Umgibt mich.
-
- Nächste Generation
H : Sind wir.
A : 3te Generation - Vater, wo bist du ? (Lautes Gelächter
allseits)
D : Globalisierung.
L : Die Kinder.
G : Die Enkelkinder.
V: Kein Plan.
-
- Krieg
H : und Frieden.
A : Das tut weh.
D : Afghanistan.
L : Frieden.
G : -
V: Zu viel.
-
- Verkehrsampeln
H : Ich geh seit letztens immer über rot. Also es ist was
von Menschen gemachtes und es ist dazu gemacht worden, den Menschen
in Sicherheit zu bringen aber... ich geh nicht über rot,
wenn Kinder gegenüber stehen.
A : Widerstandard gehen mit T Shirts, die die gleiche Farbe haben,
über die Straße und sehen gut aus. Dabei strahlt sie
das rote Licht an und es sieht etwas verrucht aus. (Lautes Gelächter
allseits)
D : Kann man besser designen. Sind nicht ergonomisch.
L : Oft wäre eine Brücke besser. (Lautes Gelächter
allseits)
G : Hat ein Schweizer erfunden.
V: Rot?!
-
- das System
H : System of a Down find ich gut.
A : Sehr vernetzt und versponnen.
D : Interdisziplinär.
L : Ja genau. (Lautes Gelächter allseits)
G : Fick das.
V: Wollen viele kaputt machen... und zwar mit System.
-
- Wahrnehmung
H : Jeder hat seine eigene.
A : Kann dein ganzes Leben verändern.
D : Stimmt.
L : Joah... (Lautes Gelächter allseits)
G : Verzerrte.
V: Auge
-
- Realität
H : Jeder hat seine eigene.
A : Sehr subjektiv.
D : Ich sehe, ich atme, ich denke, ich fühle.
L : Das sehe ich genau so.
G : Hiphop. Musik. Das Leben.
V: Fremd
-
- Schmerz
H : Muß sein.
A : Kommt zuviel, fangen Leute an zu genießen.Verrückt.
D : Ok.
L : Schmelz.
G : geht in eine Richtung.
V: Zu viel.
-
- Äußert euch kurz zu dem Satz "Das Leben
ist wie ein Schachbrett."
H : "Kann wie ein Schachbrett sein, weil man ab und zu auch
strategisch ans Leben rangehen muß aber es kann auch wie
ein Mosaik sein, wie ein Glas, das man füllen muß."
A : "Wenn man weiß, wie man mit den Figuren umgeht,
und auch, welche Figur als nächstes kommen könnte,
macht man das nebenbei. Und konzentriert sich mehr
auf das was in nem Raum wo nichts ist... ääähhh...
das Schachbrett drinsteht und dann geht man dahin und küsst
die ganzen netten Menschen und schöne Frauen
mit Blumen in den Haaren. Vermitteln einem ein warmes Gefühl.
Aber auch Männer den Frauen. Ich möchte nicht sexistisch
sein."
D : "Nicht unbedingt den Frauen die Macht, aber... es stimmt
schon, das ist das Leben. Man wird hineingeboren, als Bauer oder
als König. Und man wird rausgeschmissen."
L : "Also wenn die Figuren nicht zu dem Brett gehören,
dann würd ich sagen daß das Leben nicht nur schwarz
und weiß ist."
G : "Schachmatt."
V : "Zu viel schwarz-weiß Denken, reduziert die Horizonte
im Leben."
- A : "Ja also, äh, um nochmal... Ach neee, is okay."
(Lautes Gelächter allseits)
- "Ok, noch letzte Worte oder Grüße ?"
H : "Ja, ladet euch alle Anal Cunt runter, und ihr werdet
euch wohlfühlen."
A : "Guckt, was ihr wirklich wollt, wodraufs euch wirklich
ankommt, was wirklich wichtig ist, hört auf euch und versucht,
das Denken wie ein Werkzeug zu benutzen, und macht, was ihr fühlt,
und nicht zu viel zweifeln ! Leute, die euch dazu drängen,
sollten überdenken ob sie euch wirklich lieben. Macht, was
ihr fühlt. Was ihr wollt, was ihr für richtig haltet.
Es geht letztendlich nicht auf andere Kosten. Das suchen sich
die Leute nämlich meistens selber aus, obs auf ihre Kosten
geht. Ja, das ist es grob, ich könnte
viel mehr erzählen, aber dafür bräuchte ich 3
Kassetten."
- D : "Seid mal alle nicht zu individualistisch andauernd,
denkt auch mal an die andren, also es ist aber auch wichtig,
wie Alex schon sagte, sich nicht andauernd auf Kosten anderer
Leute herauszuputzen, zu sagen ich bin was besonderes, dabei
ist man s garnicht, auch mal an andere Leute denken bitte !!!"
- L : "Also ich grüß meinen Freund Shine und
meine Großmutter und... äh... Rettet die Wale."
(Lautes Gelächter allseits)
G : "Wenn ihr Musik machen wollt, dann geht nach Ebay.de,
tippt unter Suche Vierspur ein, bietet mit, tippt unter Suche
Sampler ein, bietet mit, tippt unter Suche Mikrofon ein, bietet
mit, tippt unter Suche Kopfhörer ein, bietet mit und dann
macht die Musik, die ihr machen wollt. Egal, was für Musik
es ist. Damit wir nicht soviel gecastete Leute haben. Die Leute
die casten, haben s selber nicht besser drauf als die Leute die
sie casten. Also wir wollen mehr echte Musik. Deswegen bitte
sorgt dafür, daß ihr selber Musik machen könnt
und selber rausbringen könnt. Das ist ganz wichtig."
V : "Keine Grüße, nur herzlichen Dank und Respekt
an Shine, mir das Interview nachträglich zu gestatten. One
love, baby!!!"
-
- "Ok, danke für dieses Interview."
- G : "Wir haben zu danken."
Anm. d. Red. (Shine) : Wenn ihr die Malakas supporten wollt (tut
das, sie habens verdient) in irgendeiner erdenklichen Form, sei
es Tapes kaufen, booken, was auch immer, tut das unter www.malakas.biz ; 0179 - 1521626 ; info@malakas.biz
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